Peter Fuermetz‘ Klima-Kolumne
Klimakolumne
Macht, Monopole und Mythen: Kann KI das Klima retten – oder beschleunigt sie den Kollaps?
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Macht, Monopole und Mythen: Kann KI das Klima retten – oder beschleunigt sie den Kollaps?

Mein digitaler Alltag – und das doppelte Gesicht einer Revolution

Aus meiner eigenen Erfahrung heraus (ich nutze KI an einigen Stellen bei der Arbeit an meiner Klimakolumne) beobachte ich die öffentliche Debatte um KI mit wachsender Sorge. Denn während Millionen von uns KI im Alltag schätzen lernen, tobt da draußen ein verstörender Kulturkampf. Ganz aktuell (September 2026) sorgen apokalyptische Warnungen von äußerst kompetenten KI-Spezialisten für einige Aufregung, sogar die Chefs der größten Firmen melden sich lautstark und wünschen sich, dass der Staat sie stärker kontrolliert. Ein einigermaßen seltsamer Vorgang, finde ich, weil doch diesen Leuten ansonsten nichts heiliger ist als die Selbstheilungskräfte des sogenannten Marktes. Den Staat als Kontrollinstanz verteufeln sie dagegen gerne bei jeder Gelegenheit.

Zur aktuellen Aufregung will ich im Folgenden nichts beitragen, aber mich beschäftigt schon seit einiger Zeit, ob Künstliche Intelligenz in all ihren Ausprägungen etwas zur Eingrenzung der Klimakatastrophe beitragen kann, oder ob der enorme Energiehunger der Rechenzentren nicht das Problem der Treibhausgasemissionen nicht noch sogar in einem gigantischen Ausmaß verstärkt.

Vorab schon mal diese Einschätzung: Künstliche Intelligenz ist als Technologie viel zu mächtig, zu nützlich und zu wertvoll, als dass wir sie verdammen oder verweigern sollten. Das eigentliche Problem sind nicht die mathematischen Formeln und Algorithmen. Das Problem sind die Eigentümer dieser Systeme – eine Handvoll digitaler Tech-Oligarchen – und das eklatante Fehlen jeglicher ökologischer und demokratischer Regulierung.


Quellen

Alpine, W., Geldner, N., Alpine, H., & Chepeliev, M. G. (2026): „AI-driven productivity gains enable more CO2 emissions than they avoid in a global energy–economy model.“ In: „npj Climate Action“.

Atkin, Emily (2026): „AI’s climate problem is worse than we thought.“ In: „HEATED“ (August 2026).

Greenpeace e.V. / Öko-Institut (2025): „Umweltauswirkungen Künstlicher Intelligenz. Studie zu Strom-, Wasser- und Ressourcenbedarf von Rechenzentren.“ Hamburg/Berlin.

Institut Veolia (2025): „AI and Water: Direct and indirect impacts of data centers on global freshwater resources

Stokes, Leah (2026): „Pick Your Apocalypse: Climate vs. AI Doom.“ In: „Notes from the Electric Era“ (September 2026).

Tooze, Adam / Surplus Magazin (2026): „KI-Bubble: Kommt der große Crash?“ Videodialog zur K-förmigen Wirtschaft und Nvidia.

UNFCCC Technology Executive Committee (2024): „Draft technical paper on AI for climate action: Advancing Mitigation and Adaptation in Developing Countries.“ (TEC/2024/29/6).

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