Peter Fuermetz‘ Klima-Kolumne
Klimakolumne
#39 Klima, Moral und Verantwortung
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#39 Klima, Moral und Verantwortung

Der Philosoph Ulf Brüggemann im Gespräch

Zu dieser Podcast-Episode gibt es einen parallelen Artikel mit weiterführenden Perspektiven, Quellen und links.

  • Warum muss sich jemand, der sich für eine lebenswerte Zukunft unserer Nachfahren einsetzt und dies auch kundtut, warum muss sich so jemand als „Gutmensch“ beschimpfen lassen? Wäre es besser, ein „Schlechtmensch“ zu sein?

  • Wieso wird eine Partei, die sich am konsequentesten von allen Parteien einen realistischen und notwendigen Klimaschutz ins Programm schreibt, warum wird diese Partei als „ideologisch“ gebrandmarkt? Ist es etwa keine Ideologie, wenn man daran glaubt, dass die unsichtbare Hand des Marktes am Ende schon alles richten werde?

  • Warum sollten wir ZeitgenossInnen, die drei bis vier Mal im Jahr in den Urlaub fliegen und dabei viele Treibhausgase emittieren, warum sollten wir diese Menschen nicht darauf ansprechen? Sind wir dann die „Moralapostel“ mit dem erhobenen Zeigefinger?

  • Warum wird es als „moralisierend“ bezeichnet, wenn man gut und böse, richtig und falsch in der Frage der Klimagerechtigkeit klar benennt? Sind Kriterien von richtig und falsch nicht in allen Lebensbereichen wichtig, vor allem in den lebenswichtigen wie der Zukunft unseres Weltklimas?

Die Liste der Fragen ließe sich fortsetzen. Fragen rund um Moral, Anstand, Verantwortung, Schuld. Ich habe mit Ulf Brüggemann (er betreibt unter anderem eine Publikation mit dem Titel “Kategorisch Kant”) über solche Fragen diskutiert und ich war überrascht über seine klare und dezidierte Haltung zu Themen der Klima-Ethik.

Auch der Deutsche Ethikrat stärkt übrigens Ulf Brüggemanns Position. In seiner ausführlichen Stellungnahme zur Klimagerechtigkeit stellt er klar, dass individuelle Beiträge zwar klein erscheinen mögen, aber moralisch enorm wichtig bleiben, weil sie eine „Kultur wahrgenommener Verantwortung“ befördern. Gleichzeitig sagt der Ethikrat aber auch: Es ist unangemessen, von uns allen einen emissionsarmen Konsum zu verlangen, solange der Staat eine Wirtschaftsordnung aufrechterhält, die klimafreundliches Handeln erschwert und uns somit zum „moralischen Heldentum“ drängt.

Raus aus der Individualisierungsfalle: Fußabdruck vs. Handabdruck ist also eine der wichtigen Fragen.

Parallel zum Podcast gibt es einen ergänzenden Artikel auf www.klimakolumne.de, mit weiterführenden quellen und links.

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