Ich kenne die Anziehungskraft von Wachstumscharts. Ein nach rechts oben zeigender Graph war für mich in meiner Marketingwelt oft ein Zeichen für Erfolg, für Vitalität, für eine funktionierende Strategie. Doch wenn ich heute die Kurven der globalen Erwärmung gegen die Kurven des Bruttoinlandsprodukts (BIP) lege, bringt mich diese Einschätzung ganz gewaltig ins Grübeln.
Im ersten Teil dieser kleinen Serie ging es um Ungleichheit. Dabei war zu sehen wie der Luxus-Overshoot einer winzigen Elite den Planeten verheizt und warum Klimagerechtigkeit kein Neid-Projekt, sondern eine Überlebensfrage ist. Doch wer glaubt, wir müssten nur die Superreichen zur Kasse bitten und könnten ansonsten das „Betriebssystem“ unserer Wirtschaft unverändert lassen, der erliegt einer gefährlichen Illusion. Wir müssen über Wachstum reden. Über den sogenannten Wachstumszwang, und auch über grünes Wachstum und die Grenzen des Wachstums oder über Postwachstum.
Links:
#30 Klima, Kapital und Gerechtigkeit - Teil 1
Martin Oetting (YouTube): “Am Ende des Wirdschaftswachstums … wird’s besser”
Adam Tooze: Die “grüne Wende” ist eine Illusion
Matthias Schmelzer: Für Degrowth muss sich die Wirtschaft radikal und sozial transformieren











